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Am Freitag, 11. Dezember 2009, fand im Auditorium der HWZ die Auftaktveranstaltung der neu gegründeten Schweizer Sektion des European Business Ethics Network (EBEN) Switzerland statt. Gastgebender Vertreter der HWZ und Mitorganisator des Anlasses war Dr. Christoph Weber-Berg, Leiter des Centers for Corporate Social Responsibility an der HWZ. Zusammen mit Prof. Dr. Peter Seele (Universität Basel) ist er Initiant und Gründer von EBEN Switzerland.
Als Referent sprach Prof. Dr. Peter Ulrich, emeritierter Professor und Leiter des Instituts für Wirtschaftsethik an der Universität St. Gallen. In seiner Ansprache unter dem Titel „Wirtschaftsethik als aktuelle Bildungsaufgabe“ betonte er die Bedeutung der wirtschaftsethischen Bildung an Hochschulen, welche die Grundlage für das Zusammendenken der ökonomischen Sachlogik und der Ethik in Wirtschaft und Unternehmen bildet. Mit der Bemerkung „Wirtschaftsethik ist nicht teilbar“ wies er auf den Umstand hin, dass die Unternehmensethik („Business Ethics“) nicht losgelöst von der Frage zu behandeln ist, wie denn die ethischen Grundlagen der Marktwirtschaft zu verstehen und wirtschaftspolitisch auszugestalten seien: „Es geht nicht bloss um die Ethik in der Wirtschaft, sondern auch um die Ethik der Wirtschaft.“ Peter Ulrich sieht eine der vordringlichsten Aufgaben von EBEN Switzerland darin, sich für eine „wirtschaftsethische Öffnung der ökonomischen Bildung“ von der Sekundar- bis auf Hochschul- und Universitätsstufe einzusetzen. Er verspricht sich von der Verankerung der „Wirtschaftsbürgerkunde“ im Bildungssystem eine nachhaltigere Wirkung als von einem „Steilzugriff“ auf die Praxis, der allzu oft wirkungslos verpufft. » Referat von Prof. Dr. Peter Ulrich
Auf dem an das Referat abgehaltenen Podium diskutierten Prof. Dr. Andreas G. Scherer (Universität Zürich), Eva M. Boretti (Studentin an der HWZ), Prof. Dr. Sybille Sachs (HWZ und Universität Zürich) sowie Prof. Dr. Arie H. Verkuil (Fachhochschule Nordwestschweiz) über die Bedeutung der Wirtschaftsethik im Rahmen ihrer Tätigkeiten. Einigkeit herrschte in der Ansicht, dass vom Kontext der anderen Wirtschaftsfächer losgelöste Ethik-Vorlesungen wenig Wirkung erzielen. Vielmehr wurde – nicht zuletzt von der Vertreterin der Studierenden – gefordert, Wirtschaftsethik schon früh und in engem Zusammenhang mit anderen Fächern im Studium zu verankern.
Anlässlich des Podiums konnte Prof. Dr. Sybille Sachs hoch aktuell mitteilen, dass Schulleitung und Verwaltungsrat der HWZ sich entschieden haben, die „Principles for Responsible Management“ zu unterzeichnen. Mit dieser Initiative, die unter anderem vom UN Global Compact und der European Academy for Business in Society lanciert worden ist, unterstreicht die HWZ ihr lange bestehendes und weiter auszubauendes Engagement für die wirtschaftsethische Bildung.